Infopunkt Hemmaberg

Der Hemmaberg – ein Pilgerziel vor 1500 Jahren

Als die Völkerwanderung unsichere Zeit für Gut und Leben brachte, zog die römische und keltische Bevölkerung um 400 nach Chr. aus der Ebene bei Globasnitz auf den Hemmaberg. Daneben bestand im Tal während der Zeit der Ostgotenherrschaft (493 – 536) die Straßenstation, an der Soldaten ihren Dienst verrichteten.

Die Bergsiedlung wurde mit einem Befestigungsmauer umgeben und es entstand um 400 nach Chr. eine erste Kirche der Christengemeinde am Rande des Gipfelplateaus. Um 510 n. Chr. entstand dazu noch eine Doppelkirche der katholischen Römer und eine weitere Doppelkirche der Ostgoten, die arianische Christen waren. Der Hemmaberg entwickelte sich zum Wallfahrtsort, da die Reliquien von Heiligen besondere Verehrung genossen. Priester und Kirchenstifter konnten sich innerhalb der Siedlung nahe den Reliquien der Heiligen in den Kirchen begraben lassen, der als Garant für die Auferstehung angesehen wurde.

Die katholische Doppelkirchenanlage besaß eine reiche Ausstattung mit Mosaikfußböden; davon waren  140 Quadratmeter allein in der Feierkirche verlegt. In der Gedächtniskirche (Memorialkirche) waren die Reliquien eines Märtyrers in der Apsis untergebracht. In dieser Kirche wurde der Gläubige auch gefirmt, nachdem er in der achteckigen Taufkapelle (Baptisterium) unmittelbar zuvor getauft worden war.

Die arianische Doppelkirchenanlage besaß nur im Bereich des Altarraumes in der Feierkirche ein Mosaikboden. Unter dem einstigen Altar entdeckten die Archäologen die originalen Gebeine einer Märtyrerin aus dem östlichen Mittelmeerraum. Stifter waren in der genannten  Kirche ebenso wie in der zugehörigen Taufkirche beigesetzt.
Im Jahr 536 übergaben die Ostgoten Binnennorikum  an die Franken. In diese Zeit gehören offenbar die Fundamente einer Kirche, die von der Kirche St. Hemma überbaut wurde.

Nördlich davon kamen 29 Gräber eines privilegierten Personenkreises zutage, aus dem auch der Stifter stammte und die frühchristliche Kirche für seine Grabstätte bestimmte.

Durch die besonders günstige Fundsituation konnte erstmals ein frühchristlicher Wallfahrtsort mit archäologischen Methoden in Mitteleuropa nachgewiesen werden.

Mit der Einwanderung der damals noch heidnischen Slawen um 600 n. Chr. ging dieses Wallfahrtszentrum durch Brand zugrunde. Die Missionierung der Slawen begann dann im 8. Jh. unter dem Chorbischof Modestus, den Bischof Virgil von Salzburg, nach Karantanien sandte.




              

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