KaraWAT: Strategie zum nachhaltigen Wassermanagement im Karawanken UNESCO Global Geopark



Das Hauptziel des KaraWAT-Projekts ist es, aufgrund der vielen Herausforderungen im Bereich des Gewässermanagements, eine klare und strukturierte Strategie für ein nachhaltiges Gewässermanagement im grenzüberschreitenden Karawanken UNESCO Global Geoparks zu entwickeln. Diese Strategie soll als Handlungsinstrument für die 14 beteiligten Gemeinden dienen und einen Empfehlungskatalog von Maßnahmen darstellen, die bilateral harmonisierte Gewässermanagementverfahren ermöglichen.

Die Gewässermanagementstrategie wird das Endprodukt einer Reihe transdisziplinärer Forschungsmethoden sein. Innovative Technologien für ein nachhaltiges Gewässermanagement werden entwickelt und implementiert. Die lokale Bevölkerung und Interessengruppen werden in einen partizipativen Prozess einbezogen, um die Strategie zu entwerfen und das Bewusstsein für die Relevanz eines nachhaltigen Gewässermanagements zu schärfen. Für das Gewässermanagement werden weiters ein interaktiver Web-Viewer entwickelt und drei Pilotaktionen in den Geoparkgemeinden durchgeführt.

Zu den Projektpartnern zählen der EVTZ Geopark Karawanken m.b.H., der UNESCO-Lehrstuhl on Sustainable Management of Conservation Areas und das Geološki zavod Slovenije (GeoZS). Diese Partner werden zusammenarbeiten, unterstützt von Expert:innen des Büros der Kärntner Landesregierung (Abt. 8 „Umwelt-, Energie- und Naturschutz“ und Abt. 12 „Wasserwirtschaft“) sowie der Wasserdirektion und der Umweltbehörde der Republik Slowenien.

Der Karawanken UNESCO Global Geopark ist einer von 161 UNESCO Global Geoparks in 44 Ländern. Diese Landschaften sind aufgrund ihrer hohen Geodiversität von internationaler Bedeutung. Geodiversität ist definiert als die Vielfalt der Erdmaterialien, -formen und -prozesse, die die Erde ausmachen und formen. Sie werden mit einem ganzheitlichen Konzept von Naturschutz, Bildung und nachhaltiger Entwicklung verwaltet. Das Projekt KaraWAT wird in diesem Zusammenhang zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasserressourcen beitragen.

Leadpartner
Geološki zavod Slovenije (GeoZS)

Projektpartnern
EVTZ Geopark Karawanken m.b.H
Fachhochschule Kärnten – gemeinnützige Privatstiftung

Dauer: 1.1.2021 – 31.8.2022
Genehmigter EFRE-Beitrag: 296.891,52 €





Workshop „Wasserressourcen und -risiken im Karawanken UNESCO Global Geopark“

Im Mai 2021 wurden zwei Online-Stakeholder Workshops im Rahmen des Projekts KaraWAT abgehalten. Sowohl auf österreichischer, als auch auf slowenischer Seite wurde gemeinsam mit lokalen und regionalen Stakeholdern sowie Landesvertreter:innen und Expert:innen aus der Praxis über Herausforderungen des Wassermanagements in den Gemeinden des Karawanken UNESCO Global Geopark diskutiert.

Vorab zu den Workshops wurden mithilfe einer Online-Umfrage die wichtigsten Problemstellungen im Kontext des Wassermanagements im Untersuchungsgebiet identifiziert. Die Leitfragen des Workshops resultieren aus den Ergebnissen des Fragebogens:

• Welche Maßnahmen kann der Geopark ergreifen, um Wasserressourcen vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen?

• Welche Maßnahmen kann der Geopark ergreifen, um die Qualität und Quantität des Trinkwassers zu schützen?

• Was sind die Hauptprobleme bei der Landnutzung und der Landnutzungsplanung, die berücksichtigt werden sollten?

• Was fehlt für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen lokalen, nationalen und grenzüberschreitenden Stakeholdern?

Beim österreichischen Workshop wurde diskutiert, dass eine durch den Klimawandel bedingte Zunahme von extremen Wetterereignissen sowie damit verbundene Hochwässer, Überschwemmungen und Hangrutschungen ein ernstzunehmendes Problem insbesondere im Raum Eisenkappel darstellen. Dies verlange ein gutes Verständnis der Wasserinfrastruktur, der vorhandenen Quelldarbote und der Wasserverbräuche innerhalb der Gemeinde. Durch den den Einsatz von Abflussmodellierungen für die Kurzzeitprognose von Hochwässern, ein engmaschiges Monitoringnetz, sowie die Veröffentlichung von Wasserinformationen könnte dieses Verständnis verbessert werden. Außerdem sei der Ausbau von Sicherheitsnetzen und Ableitungen in Nachbargemeinden als Backup bei Ausfällen oder Defiziten, zur Sicherstellung der Versorgung notwendig. Zwischen Gemeinden wird Solidarität in der Wasserversorgung gewünscht. Grenzüberschreitende Wasserressourcen, wie etwa in Bereichen der Petzen, der Uschowa und den Steiner Alpen sollten auch länderübergreifend gemanaged werden. Eine gleichartiges Monitoringsystem beider Länder, sowie ein regelmäßiger Datenaustausch und ein effektiver grenzüberschreitender Katastrophenschutz wurden als notwendig erachtet, um die Zusammenarbeit zu verbessern. Auch die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung zum Thema Wasserverbrauch und dem Schutz von Trinkwasserressourcen wurde gefordert. Denn der Druck auf die Natur steigt durch eine Zunahme an Freizeit- und Sportaktivitäten und den Naturtourismus, vor allem im Raum Petzen, aber auch auf dem Hochobir, der Topica und der Oistra. Gerade diese Gebiete sind jedoch als Karstgebiete mit einer schlechten Filterwirkung ausgestattet. Sie dienen gleichzeitig als große Trinkwasserresserven im Karawankenraum. Bewusstseinsbildung von BesucherInnen und BewohnerInnen des Geoparks über diese sensiblen Trinkwasserökosysteme ist daher essentiell zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung von Wasserressourcen.

Der slowenische Workshop konzentrierte sich auf Probleme bei der Bewirtschaftung von Oberflächengewässern (Seitenerosion, Auskolkung von Bächen durch holziges Geröll, Überschwemmungen) und Wäldern (Abholzung, Windwürfe in Wassereinzugsgebieten), die vor allem auf extreme Wetterereignisse (Windstürme, Eisstürme, Unwetter) im Zusammenhang mit dem Klimawandel zurückzuführen sind. Beim Schutz der Wasserressourcen wiesen die Stakeholder auf die langsame Verabschiedung von Verordnungen zu Wasserschutzgebieten und die Nichteinhaltung der Bestimmungen der bereits verabschiedeten Verordnungen in den Gebieten hin. Die Stakeholder sorgen sich vor allem um die Qualität des Grund- und Oberflächenwassers, während sie sich weniger Sorgen um die Mengenveränderungen (Wasserhaushalt) aufgrund des Klimawandels machen. Alle Beteiligten unterstützen nachdrücklich den Austausch von Meinungen, Erfahrungen und Informationen. Viele betonten jedoch die Notwendigkeit einer institutionellen interdisziplinären Zusammenarbeit, für die Lösung von offenen Problemen. Der Geopark Karawanken kann hier als Moderator dienen.




    
    

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