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Weißt du, was der Boden unter deinen Füßen versteckt?

Beim Besteigen der höchsten Bergspitzen der Karawanken kannst du Reste von Seeigeln, Seeschnecken, Seelilien und sogar von Knochen des Ichtiosaurus entdecken, die vom einst reichen Leben im ehemaligen Tetys-Meer erzählen. In diesem Meer entstanden vor Millionen von Jahren Sedimentgesteine, die heute die Mehrheit der Oberfläche im Geopark Karawanken bilden.

Auf diesem Meeresboden brach auch der Vulkan Smrekovec aus und die Adriatische und Eurasische Platte kamen aufeinander zu. Sie hoben dabei eine Gesteinsmasse vom Meeresboden, die heute eine der längsten Gebirgsketten der Welt bildet – die Alpen. Der wichtigste Beweis für den Zusammenstoß dieser zwei Platten ist die einige hundert Kilometer lange Periadriatische Störungszone, die genau durch den Geopark Karawanken verläuft und tief in das Erdinnere reicht.

Der Geopark Karawanken rühmt sich auch mit prächtigen Mineralen, die weltweit nur selten zu finden sind – dem orange gefärbten Wulfenit, dem braunen Dravit, dem weißen Kalzit, dem silbernen Galenit, dem häufig übersehenen Sphalerit und sogar dem Quecksilber. Einige von denen wurden im Inneren der Petzen und des Hochobirs in der Vergangenheit als Erze abgebaut, heute dagegen können wir sie vor allem in verschieden Sammlungen und Museen bewundern. Die Oberfläche, wie wir sie heute sehen, wurde in mehreren Millionen Jahren geformt. Die mächtigen Naturkräfte bildeten auch die wundervollen Tropfsteinhöhlen am Hochobir. Die Landschaft wurde durch einzigartige Pflanzenarten, wie die Zois-Glockenblume, den fleischfressenden Sonnentau und den Enzian, besiedelt. Und nicht zuletzt sind hier noch die Menschen, die mit der Natur leben und dafür sorgen, dass man deren Geheimnisse noch lange nach ihnen wird entdecken können …

Was ist ein Geopark?

Ein Geopark ist ein Gebiet, mit einem bedeutenden geologischen Erbe und einer zusammenhängenden und starken Managementstruktur, in der eine nachhaltige ökonomische Entwicklungsstrategie angestrebt wird. Ein Geopark ist räumlich klar abgegrenzt und stellt keine Schutzkategorie, sondern ein Gütesiegel dar, das keine Restriktionen mit sich bringt, sondern vielmehr die Chance für eine Region, ihr Profil zu schärfen.

Ein Geopark muss eine gewisse Anzahl von bedeutenden Geotopen aufweisen, die im Hinblick auf ihre wissenschaftliche Qualität, Seltenheit, Ästhetik oder pädagogischen Wert herausragend sind. Das Prädikat ist jedoch nicht nur ein Qualitätssiegel für geologisch-erdgeschichtlich besonders bedeutende Landschaften, sondern gilt auch als eine Verschmelzung von Lernstätte, Naturdenkmal, Kulturdenkmal und Erlebnis.

Ein Geopark hat eine aktive Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung des Gebiets durch die Erweiterung des allgemeinen Bewusstseins im Zusammenhang mit dem geologischen Erbe, der Entwicklung des Geotourismus und der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung der Region.

Ein Geopark hat direkte Auswirkungen auf das Gebiet, auf die Einwohner, deren Lebensbedingungen und die Umwelt. Das Ziel ist es, der lokalen Bevölkerung zu ermöglichen, dass sie den Wert dieses Erbes kennenlernt und aktiv bei der Wiederbelebung der Region als Ganzheit mitwirken kann.

Die Mitgliedschaft im Europäischen Geopark-Netzwerk fordert den Aufbau eines Netzwerkes und die Kohäsion. Die Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen bei der Vermarktung und Schaffung von neuer Geologie bezogenen Produkten sowie die Zusammenarbeit mit allen anderen Mitgliedern des EGN-Netzwerkes sind daher von größter Bedeutung.

Ein Geopark entwickelt, experimentiert und erweitert bzw. verbessert die Methoden zur Erhaltung des geologischen Erbes.

Geopark Karawanken wurde im März 2013 als Mitglied des Europäischen (EGN) und Globalen (GGN) Geopark-Netzwerkes unter dem Dach der UNESCO anerkannt und ist seit November 2015 UNESCO Global Geopark.

Geopark Karawanken
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